Mittwoch, 6. Januar 2016

Über Menschen.

Ach herrje, schon seit September 2015 gibt es ein neues Fehlfarben-Album - und ich habe davon bis jetzt nichts mitgekriegt? Nun ja, die Zeiten, als man täglich durchs Pop-Universum streifte, sind fürwahr vorbei.

Sei's also drum, die Chronistenpflicht in Sachen Peterchen Hein und Co. zwingt mich trotzdem, dem aktuellen Werk die Ehre zu erweisen. Was ich gerne tun möchte, denn wie ich schon woanders schrub, sind die Fehlfarben sowas von Out-of-Time, dass gerade in diesem stoischen Weitermachen ihre eigentliche Qualität liegt. Stoisch ist auch der Inhalt von "Über...Menschen", deren Cover den Kö-Bogen in der Landeshaupstadt als psychedelisch-giftige Stadtvision zeigt. Giftig sind sie nicht mehr so richtig, die Wut ist weg, die sonst immer spürbar war. Peter Hein lakonisiert sich durch eine Bestandsaufnahme des täglichen Irrsinns, und - klar! - kriegen auch die Hohepriester und Speichellecker des Falschen wieder ihr Fett weg, aber es ist mehr ein resignatives "Hört das denn nie auf?", das da zwischen den Zeilen durchtropft.

Natürlich ist das alles trotzdem gut und wichtig und Musik-zur-Zeit-ig, auch wenn es in diesem Video hier textmäßig ein wenig nach kritischer Nostalgie riecht (gibt es sowas?). Peter Hein vor'm klassizistischen Palais erinnert mich aus irgendeinem Grund an Tony Marshall - nur die Le Mans-Jacke mit dem Aufnäher vom BRDC (ab Minute 1:20) reißt es selbstverständlich wieder raus:


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