Donnerstag, 16. Februar 2012

Zu groß zum Fehlen.


Vor gut zwanzig Jahren haben "Die Aeronauten" ihre erste Cassette aufgenommen und fast genau so lange gehören sie als Fixstern in mein musikalisches Universum. Aufmerksam wurde ich auf die konsequent-inkonsequenten Schweizer spätestens mit der Single "Countrymusik", in der sie prophezeiten, dass Johnny Cash zum Soundtrack koksender Werbetexter werden würde - und sie haben bekanntlich Recht behalten (dafür können allerdings weder die Aeronauten noch Johnny Cash etwas). Lustigerweise listet iTunes die aktuelle Platte der Band unter dem Genre "Country", was als grandioses Missverständnis durchgeht und die beschauliche Schweiz zu einem virtuellen Hot Spot des Hillbilly werden lässt.

Ach so, das wollte ich eigentlich verkünden: Jetzt haben die Aeronauten ein Doppelalbum veröffentlicht, und der Titel lautet "Too Big To Fail". Doppelalbum, das klingt nach Rock-Oper und Konzeptgezerre - und genau das ist es auch. Eine monumentale Art, mal wieder alles falsch zu machen. Auf der ersten Platte/CD/Downloadliste gibt es Aeronautenschrammelpop wie gehabt (vielleicht ein wenig elektronischer als sonst), auf der zweiten "Platte" wird's dann konzeptionell: Klangskulpturen/Stimmungsgrooves/Moodverstärker/Filmrisssoundtrack. Mein Eindruck ist noch zu frisch für ein abschliessendes Urteil, aber eins ist klar: Zu groß zum Fehlen sind sie wirklich.

Ansonsten bleibt mir nur übrig, lautstark zu beklagen, dass die Männer um Guz auf ihrer aktuellen Tour einen großen Bogen um den Nordwesten dieses Landes machen, das etwas pointiertes In-die-Fresse-Singen gut gebrauchen könnte. Dennoch: Aeronauten, wir sehen uns - und wenn ich in die Hölle reisen muss, um dort die Heizung abzustellen!

Bis dahin noch ein schon etwas älteres Stück, das wahren Helden Trost spendet und folgerichtig ein Taschenmesser zu Weihnachten verspricht.

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