Mittwoch, 25. Januar 2012

Starthilfe

Das Radio geht auf einmal aus. Es ist schon dunkel, der Benz tuckert gen Heimathafen - und dann das. Kein Sound dringt mehr aus den 1983er-Membranen. Als erfahrener Altauto-Betreiber weiß ich: Da kommt noch mehr. Und wirklich, je näher ich meinem Zuhause komme, umso schwächer glüht die Instrumentenbeleuchtung, obwohl ich sofort alle überflüssigen Stromverbraucher ausgestellt habe. Auch die Außenscheinwerfer werfen nur noch ein äußerst fahles Licht. Aber ich bin ja ein erfahrener Altauto-Betreiber, und die brauchen auch im Notfall immer Zigaretten. Deshalb noch flugs an der Trinkhalle vorbeigefahren, um Tabak zu erwerben. In weiser Voraussicht parke ich auf einem regulären Parkplatz und nicht wie sonst wild auf dem Bürgersteig.

Nach getätigtem Kauf des Suchtmittels zurück hinters Lenkrad des Sternenkreuzers. Ich drehe den Zündschlüssel, lasse die Glühkerzen vorglühen, aber der Benz dankt es mir mit abgrundtiefer Verachtung: Er schweigt. Kein Anlasser dreht sich, kein Zündfunke will funken, kein Kolben sich heben oder gar senken.

Ich wähle die Nummer von Mr. T., dem Alleswisser. "Lichtmaschine", schnauft er in den Hörer und ich schnaufe ebenfalls.  T. verspricht Trost, wohlwollenden Zuspruch sowie die Beibringung eines Voltmeters und eines Starthilfekabels. Wenig später stehen wir auf dem zugigen Parkplatz und erwecken den Oelmotor 617.912, so die korrekte Werksbezeichnung, mithilfe von T.s VW Bus' wieder zum Leben. Und das ist auch schon die gute Nachricht.




Werden unsere Helden die kalte Nacht überleben? Wird der weiße Sternenkreuzer jemals wieder Licht und Wärme produzieren? Und warum trägt Mr. T. Gummistiefel? Stay tuned!

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