Sonntag, 22. Januar 2012

Cello

Das Cello als solches erlebt ja im Moment eine ungeahnte Renaissance in der popkulturellen Wahrnehmung, dank des gleichnamigen Songs vom Joopi Heesters des Rock, Udo Lindenberg. Ich kann in das Loblied auf dieses Instrument und seine Bezwinger(innen) nur einstimmen - wenn auch aus anderen Gründen als den durchsichtig amourösen des Herrn L.

Ich kam nämlich unlängst in den Genuss einer privatissime Vorführung dieses wunderbaren Streichgeräts. Mein Wohnbereich verwandelte sich zu den Klängen des "Tema Variaciokkal" des ungarischen Komponisten Sugar Rezso in ein akustisches Refugium vor dem Alltag (NB: die ungarische Schreibweise von Stück und Komponist ist etwas anders, mit ganz vielen Häkchen und Ösen und seltsamen Buchstabenanhängseln, ich benutze hier quasi eine vereinfachende Version, da meine Sonderzeichen-Tastatur im Urlaub ist).


Und so ein Cello ist im Wortsinn ein Resonanzboden für Geist und Seele, denn als ich so freudig-fasziniert der jungen Virtuosin lauschte, überkam mich eine große Gelassenheit und Ruhe. Sitzt man unmittelbar neben dem Instrument, wird das klanglich zu einer nahezu körperlichen Erfahrung, die man im Komzertsaal so nicht mitbekommt. Ich hätte gerne den ganzen regnerischen Nachmittag zugehört und mich treiben lassen.

Und so ähnlich ging es Herrn L. ja auch, wenn auch aus durchsichtig amourösen Gründen.

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