Dienstag, 6. Dezember 2011

Tukur, Tatort, Tumor


Am Sonntag konnte man in der guten alten Tante ARD Zeuge werden, wie ein Schauspieler in Tateinheit mit mutigen Drehbuchautoren versuchte, die Genregrenzen des klassischen "Tatort" - neben "Wetten, dass?" der zweite Heilige Gral der deutschen Fernsehunterhaltung - zu sprengen. 

Der begnadete Ulrich Tukur fuhr Ro 80 (Zitat aus der ersten Folge: "Das ist kein Auto. Das ist ein Ro 80!"), redete mit seinem Tumor im Kopf und tat alles, um die an graue Sozialkritik (Tatort aus Köln), Hauptstadtneurosen (Berlin) und Klamauk (Münster) gewöhnten Tatort-Fans zu verwirren. Und wie ich einem sogenannten Branchendienst entnehmen kann, war er damit höchst erfolgreich:

Ein Sonntags-Krimi, der verstörte, das Publikum spaltete und letztlich mit seinen 6,82 Mio. Zuschauern eine der fünf schlechtesten "Tatort"-Quoten der vergangenen zwei Jahre einfuhr. Wie die Minuten-Werte der ARD zeigen haben fast 1,2 Mio. Leute den "Tatort" im Verlauf des Films abgeschaltet. Waren es zu Beginn noch mehr als 7,5 Mio., hielten nur etwas mehr als 6,3 Mio. bis zum Schluss durch.

Ich würde sagen, Tukur hat alles richtig gemacht. Wer so etwas nicht aushalten kann, der soll RTL glotzen. Zu mehr reicht's dann eben nicht.

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