Samstag, 29. Oktober 2011

Mercedes-Sammelbild Nr. 34



Beim Concours d'Elegance in den mondänen Räumen des Casinos von Monte Carlo belegte der Mercedes in diesem Jahr den ersten Platz - die kompetente Jury war beeindruckt. Der Ferrari Daytona hatte keine Chance, da sein Aschenbecher nicht komplett geleert war.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Protestsongs

Der nette Herr Freddie gab 1966 ein nettes Liedchen zum Besten und hatte damit großen Erfolg bei den Bewohnern des Blauen Bocks und anderen heimeligen Refugien des Spießertums:


Das, was sich hier als höfliches Statement der sogenannten schweigenden Mehrheit (Wir!) verkleidete, war in Wahrheit natürlich alles, wogegen die "Gammler" und der Rest der Jugend in den Sechzigern rebellierte: Die unendliche Selbstzufriedenheit der "Keine Experimente"-Generation mit ihrer militanten Mittelmäßigkeit, die spürte, dass ihr ganzer Wohlstand auf einem Weltkrieg mit 55 Millionen Toten aufgebaut war. Ihr vergiftetes Gesprächsangebot, das nur dazu dienen sollte, die Jugend wieder auf Linie, an die Werkbank und den Büroschreibtisch zu bekommen. Ihre panische Angst vor der Freiheit der Liebe, Musik und Drogen. Und die verklemmt-autoritären Ansprüche an die eigene Brut, gefälligst alles abzunicken, was "die da oben" ihnen vorsetzten. Das Ganze gipfelt dann in den Stammtischparolen, die sich mit der Haarpracht beschäftigen:

Wer will nochmal mit euch offen sprechen? WIR!
Wer hat natürlich auch seine Schwächen? WIR!
Wer hat sogar so ähnliche Maschen,
auch lange Haare, nur sind sie gewaschen? WIR! WIR! WIR!

Drüben, beim Großen Bruder übern Teich, zog Merle Haggard zwei Jahre später nach:


Auch er artikulierte die Gedanken der vermeintlich "echten" Amerikaner, die immer noch ehrfurchtsvoll die Fahne hissten und schüchtern Händchen hielten statt ihre Armee-Soldbücher zu verbrennen und ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. "Okee from Muskogee" war ebenso wie "Wir" eine subtile Drohung an die Outlaws und Zweifler, es nicht zu weit zu treiben - die Gesellschaft hatte Mittel und Wege, den Querulanten Benehmen beizubringen. Zur Not mit Gewalt: Tote Studenten, ein toter Martin Luther King und ein toter Bobby Kennedy legten davon Zeugnis ab.

Warum ich das alles erzähle? Weil wir uns nicht der Illusion ergeben sollten, die schweigende Mehrheit sei verschwunden. Es gibt sie immer noch, nicht nur an bayrischen Stammtischen, sondern auch in den schicken Vorortsiedlungen mit den Designervillen. Heute kümmert sie sich nicht mehr um Gammler.

Die Rolle des gefährlichen Anderen übernehmen jetzt wahlweise Migranten, Hartz4-Empfänger oder der griechische Staat mit seinen Anleihen.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Bitte gehen sie weiter!

Die Blogstatistik führt immer wieder zu Momenten der Verwunderung: Heute landete jemand bei mir, der die Suchbegriffe "russische frau mit ak47" eingegeben hatte. Lieber Freund des Automat Kalashnikov 47 und der slawischen Weiblichkeit: Ich kann ihnen glaubhaft versichern, russische Frauen werden sie hier nicht finden. Weder bewaffnet noch unbewaffnet.

Die AK47 schon - aber aus Pappe.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Bühnenstar

Ich habe ja quasi die Katze im Sack gekauft. Oder besser: Den Bühnenstar im Second-Hand-Outfit. Doch jetzt gehen wir den Geheimnissen des Großen Weißen auf den Grund. Dafür musste er abheben:


Erste Diagnose des Fachpersonals: Steht super da, der Sternenkreuzer. Fast 30 Jahre unter südlicher Sonne haben am Unterboden außer einer dicken Schicht von rotbraunem Staub nichts Ernsthaftes angerichtet. An einer Stelle zeigt sich Rost, wenn man den Unterbodenschutz sanft anhebt, aber das kann man noch bequem in den Griff kriegen. Jedenfalls dürfte kein TÜV-Mann etwas von "Ankara-Express" murmeln, wenn er den schwäbischen Streuner per frisch erteilter §21-Plakette heimholen darf.

Frisch gewaschen hat er auch die letzten Pferdehaare abgeschüttelt, die er noch von seiner letzten Heimstatt im Reitstall an sich trug. Jetzt teilt er sich die Bucht mit einem reinrassigen Renner - und wer weiß, vielleicht wirkt ja die Werkstatt-Osmose und der Benz läuft gleich 5 km/h schneller?


Sowas wird hier übrigens normalerweise verbaut:


Da ist der Heizöl-Benz natürlich ein echter Straßenköter gegen - aber was soll's, die Menschheit besteht ja auch nicht nur aus Heidi Klum-Lookalikes. Gott sei Dank.

Und die Finanzen? Fragen Sie nicht - so ein schönes Auto kostet nun mal. Auf dem Weg zur  Hebebühne gab der Anlasser den Geist auf, die Bremsen werden komplett erneuert, der Kühler dito, einen Kat spendiere ich ihm auch und die Antriebswellen - nun ja, ich höre besser auf, sonst heißt es noch, ich sei bekloppt geworden.

Könnte allerdings stimmen.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Mitarbeiter der Woche


Es ist an der Zeit, Lob zu verteilen. Der junge Mann mit den echt coolen Moves auf dem obigen Bild ist ein Held der Hebebühne, ein Ein-Mann-Kompetenzzentrum und eine Service-Hotline im besten Sinne. Ein automobiler Kummerkasten, the real Schraubergott und gewiefter Gebrauchtwagenverkäufer in Personalunion.

Lassen Sie sich also nicht von den seltsamen Bewegungsabläufen täuschen, mit denen er sein Hand- und Tagwerk verrichtet - dahinter steckt mehr, als in einen Blaumann passt! Thanx, T.!

Samstag, 22. Oktober 2011

Aus der Trinkerheilanstalt

Serviervorschlag

Meine Küche ist ein prima Ort. Das durfte ich gestern wieder feststellen, als ich mit H., dem notorischen Bierfreund, und Signore Ramazzotti, dem sympathischen Kräuterhexer in Flaschenform, gemeinsam an meinem Küchentisch saß. Alles war wie immer: Nach ersten tastenden Konversationen über Beruf (man kennt das), Frauen (man kennt das) und Fußball (Fortuna an der Tabellenspitze - das kennt man nicht!) driftete das Gespräch unter permanenter Zufuhr von Kaltgetränken in die tieferen Regionen des Welt-Unterbewußtseins und wir waren uns gegen 3.30 Uhr wieder mal einig, wie wir die Menschheit ein für allemal von ihrem harten Los befreien könnten. Heute morgen hatten wir es leider (erneut) vergessen. Man kennt das.

Aber wir arbeiten weiter dran. In meiner Küche.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Produktinformation

 
Verdächtig viele Posts in letzter Zeit, in denen ich von neu erworbenen, noch zu erwerbenden oder früher erworbenen Produkten berichtet habe. Aber das hier ist keine Netzvariation einer Manufactum-Filiale für Wohlstandsplunder, das hier ist meine ganz persönliche Art, zu einer angenommenen Gemeinde von Hipsterfreunden, gut aussehenden Frauen und Durchschnittsnerds zu predigen. Und dabei soll man bekanntlich nicht Wasser und Wein verwechseln.

Halten wir also fest, dass Automobile, Textilien, Zweiräder, Kaffeemaschinen und formschönes Schuhwerk nicht glücklich machen. Das müssen andere übernehmen.

Menschen.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Aus gegebenem Anlass

Für die weitere Reise im lauten und schaukelnden Truck des Lebens nicht ganz falsch:


Face the facts. Then act on them. It's the only mantra I know, the only doctrine I have to offer you, and it's harder than you'd think, because I swear humans seem hardwired to do anything but. Face the facts. Don't pray, don't wish, don't buy into centuries-old dogma and dead rhetoric. Don't give in to your conditioning or your visions or your fucked-up sense of... whatever. FACE THE FACTS. THEN act. 

(Unbekannter Philosoph)

Montag, 17. Oktober 2011

Tod eines Sparschweins



Breaking News: Benz gekauft, Sparschwein getötet. Überführung des weißen Wals zur Fachwerkstatt zwecks Optimierung steht an - übrigens eine Ferrari-Werkstatt. Schließlich weiß ich, was sich gehört für würdevolle Straßenjungs mit Stern..

Watch out for more!

Freitag, 14. Oktober 2011

Das Weihnachtsfahrrad

Hurra, eine mail aus Italien! Mit einem Foto!! Von (m)einem Fahrrad!!!




Die unbeabsichtigt etwas längere Geschichte meiner Rennrad-Rahmen-Bestellung im fernen Italien habe ich ja bereits an anderer Stelle berichtet. Das freundliche Volk der Romanen stellt meine Kundengeduld ja bevorzugt auf die Probe, wenn auch immer abgefedert durch tränenreiche elektronische Entschuldigungen, virtuelles Händeringen und die elektropostalische Anrufung sämtlicher Heiligen.

Waren es bisher Probleme mit dem "chrome man", die die versprochene Auslieferung des wunderschönen Stahlrahmens um gefühlte 14 Monate verzögerten, so erreichte mich nun das obige Foto zusammen mit einer mail. Das ungeübte Auge entdeckt auf dem Bild ein tiefschwarzes Kunstwerk mit Chrommuffen und fein ziselierter, verchromter Hinterbaustrebe. Toll, denkt sich das ungeübte Auge, so ein Fahrrad hätte ich auch gern. Der neue Besitzer muss ein glücklicher Mensch sein.

Ist er aber nicht.

Denn ich hatte einen Rahmen mit komplett verchromter Hinterbaugeometrie bestellt. Also: Mehr Chrom. Nicht nur die Kettenstrebe, bitte. Ich hatte diese Option gewählt und brav auf der Bestellung vermerkt. Das weiß man auch im fernen Italien, denn die beiliegende mail erging sich erneut in Beteuerungen der eigenen Unzulänglichkeit. Man habe den Rahmen nun endlich fertig , aber leider die falsche Ausführung erst beim erneuten Blick auf die Bestellung festgestellt. Gleichzeitig bietet man mir zur Kompensation an, die Kosten des Verchromens zu erlassen und mich mit einem Campagnolo Headset-Halter zu verwöhnen. Nun brauche ich keinen Headset-Halter - ich weiß nicht einmal, was das ist - sondern einfach nur einen italienischen Rahmenbauer, den ich an seiner zweifelsohne sehr schicken Krawatte über den Tresen ziehen kann.

Aber dafür ist mir die Anreise zu weit und so füge ich mich stoisch in mein Schicksal. Weihnachten fahre ich dann eben um den Tannenbaum. Wenn nicht vorher Berlusconi ein Gesetz gegen die Ausfuhr von hochwertigen Stahlrahmen erlässt.

Wundern täte es mich nicht.

P.S.: Google bringt es an den Tag: Mit dem "Campagnolo Record Head-Set Mount it" (Originalzitat) meinen die ruchlosen Rahmenbauer einen Steuersatz. Ich bin ein wenig versöhnt. Aber nur ein wenig, verdammt.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Der Stoff, der Nadeln bricht

Die härteste Hose der Welt gibt es bei den Herrschaften von Iron Heart, deren guter Kunde ich seit einiger Zeit bin: 25oz.-Jeans-Stoff, der so dick wie ein durchschnittliches Ikea-Regal ist. Die ersten Monate mit einem solchen Beinkleid dürften spannend sein, denn mehr als ein roboterhaftes Staksen kriegt man damit wohl nicht hin. Dafür hat man aber auch die Sicherheit, Besitzer einer Hose zu sein, die zur Not als Anfahrhilfe dienen kann, sollte der Land Rover mal wieder am Unterlauf des Orinoco steckengeblieben sein.



Der Hersteller, die japanische Denim-Manufaktur Iron Heart, sagt von  diesem Bud Spencer unter den Jeans: "These jeans are on the limit of what can be made. We had to insist that the people sewing them wore protective glasses as the sewing machine needles would randomly explode!" Schon die Herstellung war also spannend.

Als alter Poser, der ich bin, begnüge ich mich zur Zeit noch mit der kleinen Schwester des 25 oz.-Bretts: Die hat nur 21oz.-Stoff und ist ganz fabulös. Um dennoch up to date zu sein, posiere ich gerne mit dem Limited Edition T-Shirt aus der "Break the Needle"-Kollektion:


Will I be tough enough? Stay tuned!

Freitag, 7. Oktober 2011

Freier Welthandel


Die neue Konfliktlinie im Kampf um wirtschaftliche Hegemonie verläuft nicht nur zwischen China und dem "Westen", sondern auch innerhalb der westlichen Hemisphäre. Die USA fürchten nicht nur den erstarkenden wirtschaftlichen Riesen in Fernost, sondern beobachten ebenso ihre europäischen Verbündeten misstrauisch bei deren Versuchen, neben militärischer Autarkie und politischer Kraftmeierei auch wirtschaftlich zur geeinten Weltmacht aufzusteigen. 

Noch spielen ihnen die Duodezfürstentümer Europas mit ihren nationalen Animositäten in die Hände, aber der Euro zum Beispiel war von Anfang an als Konkurrenzwährung zum Dollar geplant - und das möchten die Betreiber der bisher stärksten Volkswirtschaft der Welt nicht gerne hinnehmen. Die vergleichsweise erfolgreiche Geschichte des Parvenues unter den Währungen, des Euros, in den letzten Jahren sorgt für Stirnrunzeln bei den Hütern des Dollars, der bisherigen Leitwährung im Welthandel. Umso größer also jetzt die Freude jenseits des Atlantiks, dass die ungeliebte Musterschülerwährung aus good old Europe derzeit ins Wanken gerät.

Und es würde mich wundern, wenn bei dem derzeitigen Sperrfeuer amerikanischer Ratingagenturen gegen englische Banken, italienische Kreditwürdigkeit und spanische Wirtschaft nicht auch handfeste politische Interessen im Spiel wären. 

(Die undurchsichtige Rolle der Ratingagenturen in den esoterischen Zusammenhängen des modernen Highspeedkapitalismus erörtere ich dann ab 2035 - dann bin ich in Rente und kann mich der wissenschaftlichen Erforschung des Aberglaubens widmen.)

Da war doch was?

Stilvoll

Von den praktischen Qualitäten eines 123er T-Modells überzeugt: Die Herren vom Quintetto X.