Mittwoch, 28. Dezember 2011

Die Charts 2011

Neuzugänge:

1 Hollandrad für Kneipenzwecke, gebraucht, ohne Bremse und Licht
4 Jeans japanischer Bauart

diverse Herrenoberbekleidungsstücke
1 Stahlrahmen aus Italien, Bauzeit: fünf Monate

Circus Rhapsody, drei Mann auf einer Europalette rocken Hamburg
1 Asus Eee PC, the travel companion
3/4 Regalmeter Bücher, mit Bildern und ohne Bilder
Mehrere GB Downloads bei iTunes und amazon
1 Samsung Handy, das Fake-Anrufe tätigen kann
2 Paar Stiefel
1 Automatikuhr Ollech&Wajs
1 PKW Mercedes-Benz, gebraucht, mit Bremse und Licht
1 Reparaturanleitung "Jetzt helfe ich mir selbst" für PKW Mercedes-Benz

Abgänge:

diverse Herrenoberbekleidungsstücke, wegen Alter (der Kleidungsstücke!) und Veränderungen der Physiognomie (ihres Trägers)
1 Hollandrad für Kneipenzwecke, geklaut vor der Kneipe
1 PKW Volkswagen Golf, verkauft
1/4 Regalmeter Bücher, mit Bildern und ohne Bilder, verkauft über momox
Joopie Heesters, denn: Die Besten sterben jung!
mein T-Mobile-Vertrag (Esst Staub, ihr Blutsauger!)
1 Armbanduhr Poljot "Buran", Küchenkacheln können verdammt hart sein

Immer noch da:

EA 80
Die Fehlfarben
Opel Ascona Voyage
Helmut Schmidt
Xavier Naidoo (der Beweis, das das Böse hartnäckig sein kann)
drei Regalmeter CDs und Vinylplatten
Anton, gelernte Wärmflasche
Fortuna Düsseldorf

Misc.:

Song des Jahres: "Belongings" von Clock Opera, dicht gefolgt von "The Greeks"/ Is Tropical
Mann des Jahres: The Schraubergott from Büttgen
Frau des Jahres: Fräulein Lilli


Und für 2012 gilt natürlich:

Samstag, 24. Dezember 2011

Im Auftrag des Herrn

 
Fröhliche Weihnachten Euch allen da draußen an den Bild-, Radar- und Regenschirmen! 
An Tagen wie diesen verbreiten selbst Agnostiker wie ich gerne die Botschaft der Liebe - vertreten von einem Mitarbeiter der Eiligen Drei Könige.

Freitag, 23. Dezember 2011

Einfach mal im Bett bleiben!

In Nordkorea gibt es bekanntlich nicht viel zu lachen. Seit dem Tod von Kim Jong Il wahrscheinlich noch weniger. Aber was gibt es für ein besseres Mittel, die ganze tödliche Absurdität dieses Regimes bloßzustellen, als den Humor? In diesem Sinn: Schafft eins, zwei, drei viele Zahnlücken!

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Gott wohnt in einer ehemaligen Schnapsbrennerei


Es gibt ihn also doch.

Er hat keinen weißen Bart, aber eine veritable Glatze. Er spricht mit gemessenen Worten im rheinischen Singsang. Die Predigten hält er in seiner eigenen Kirche, einer ehemaligen Schnapsbrennerei in einem noch mehr verwunschenen Seitental eines verwunschenen Tals. Seine Worte sind Gesetz und lassen uns Normalsterbliche zittern:
"Mister Wilson, dieses Auto ist der HORROR!"

Ich rede von Gott. Nicht dem Großen Entscheider, sondern dem Spezial-Gott, Fachgebiet Mercedes W123. Er versammelt sie um sich, die Mühseligen und Beladenen, spendet Trost oder führt sie väterlich-streng zurück auf den Pfad der Diesel-Tugend. So wie mich. Nach zahllosen Irrungen fand ich zu ihm, dem Retter der Reifenritter. Und ich fand Trost und Ratschlag zu moderaten Preisen. Sein Altes Testament verkündet er glaubensfest und ohne jeden Anflug von Zweifel:
"Mr. Wilson, an JEDES Auto gehört eine Anhängerkupplung!"

So wurde ich also Mitglied in der "First Church Of The Holy Niveauregulierung", auf dass ich hinausgehe und das Evangelium des Sterns verbreite. I saw the Light!

Soll heißen: Auto läuft wieder, wie einst vom Band! Mit Gottes Hilfe.


Mittwoch, 21. Dezember 2011

Alles, was man braucht

 
 (Für den Unkundigen: "Schabau" ist der rheinische Fachterminus für Schnaps.)

Der Imbiss mit dem surreal-pornographischen Werbegemälde heißt "Zur windigen Ecke" und ist so etwas wie die Eppendorfer Grillstation - nur mit Tischen im Freien und eben nicht in Hamburg. Die Kundschaft besteht aus dem Strandgut des Frikadellen-Paralleluniversums: Trucker, Paketfahrer, Hafenarbeiter. Im Sortiment: Alles mit Zusatzstoffen sowie Zigaretten und Alkohol. Politische Ansichten und Tratsch aus der Welt der Königshäuser und angeheirateten Adeligen gibt es übrigens gratis.

Ein guter Ort also.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Der Buddhisten-Benz

Dies ist eine Abhandlung darüber, warum man die klugen Ratschläge, die man anderen gibt, niemals auf sich selbst anwendet. Ein solcher Ratschlag ist: Kaufe stets das beste Auto, das Du für Dein Geld bekommen kannst. Meide Reparatur-Staus. Kaufe immer das bessere Auto, nicht das billigere.  Mit anderen Worten: Sieh' verdammt noch mal zu, dass der Vorbesitzer die Kohle versenkt hat - nicht Du.


Die Älteren unter den Lesern werden sich erinnern: Vor ein paar Wochen erwähnte ich meine neu entflammte Leidenschaft für ein in Würde gereiftes Automobil französischer Herkunft, aber deutscher Bauart. Ein Mercedes-Benz 300 TD - ein Luxuskombi aus einer Zeit, in der Autos in Untertürkheim noch von schwäbelnden Titanen aus einem soliden Block Eisen geschnitzt wurden. Einer Zeit, in der der Stern auf der Haube noch von hart erarbeitetem Wohlstand kündete und nicht mit einem schäbigen Ratenzahlungsvertrag erschlichen wurde

Ein weißes T-Modell also. Nach einem längeren Auslandsaufenthalt fand der White Star Liner im 28. Jahr seiner Existenz zu mir. Ich gab ihn umgehend in die Obhut von erfahrenen Oldiespezialisten, um ihm die notwendigen Updates - so sagen es ja die jungen Leute - zukommen zu lassen.

Nur einer von beiden ist mehrere Hunderttausend Euro wert. Leider.
Das Programm war umfangreich. Antriebswellen, neue Bremsen, ein neuer Anlasser und Winterreifen. Auch ein Katalysator war auf der Liste der Modifikationen, der aber durch widrige Umstände und einen schildkrötigen Händler nach der raschen telefonischen Bestellung gefühlte drei Jahre brauchte, um endlich einzutreffen. Vor Einbau des Kat jedoch keine Zulassung, denn so ein Diesel ohne Katalysator soll wohl den gesamten Schäuble'schen Haushalt sanieren helfen, so prohibitiv ist die staatliche Preisgestaltung für Fahrzeuge dieser Art. Mit Kat ist es immer noch nicht billig, aber erträglich.

Steuersparmodell.
Nun ist der Kat da und auch die Zulassung ist bereits erfolgt. Es gab unerwartetes Lob von den griesgrämigen Paragraphenwürgern auf dem Straßenverkehrsamt ("Das ist ein sehr schönes Auto!") und ein akzeptables Wunschkennzeichen. Die ersten Fahrten enthüllten kleinere Unannehmlichkeiten (nicht vorhandene Armaturenbrettbeleuchtung, wankelmütige Zentralverriegelung) und größere Fauxpas (Lenkung sehr, sehr, sehr indirekt - man fühlt sich wie Cary Grant am Steuer eines 40er-Jahre-Amis und lenkt selbst dann permanent, wenn man nur geradeaus fährt). Nun gut, das kann man ja alles in Ruhe angehen, dachte ich mir. Bis dahin bekam der Benz erstmal sein Fett weg:

Nix low fat! Genau das Gegenteil.
Quasi als Teil des Kaufvertrags hatte ich in weiser Voraussicht noch eine Hohlraumversiegelung ausgehandelt - das klebrige Wachs soll helfen, den Rostteufel ein für alle Mal zum, äh, Teufel zu jagen. So fand ich mich denn mit R., dem freundlichen Fett-Verwerter, unter der Hebebühne zum romantischen Tete-a-tete ein und gemeinsam fluteten wir die zahlreichen Kavernen des Mercedes mit dem Wunderstoff. 

Zwischendurch eine kleine Überraschung: Hinter den Innenkotflügeln hatte sich am Vorderwagen eine veritable Kiesgrube eingerichtet, jedenfalls läßt die Menge an Sand, Schlamm und Staub, die ich dort herausbaggerte, darauf schliessen. Ich rätsele immer noch, wie das Erdreich dort hingekommen ist; eigentlich ist dieser Bereich durch die erwähnten Innenkotflügel hermetisch abgeriegelt. Glücklicherweise blieb der Rest der Karosse wie erwartet ohne Befund. Gesunde Substanz also - wenn nur die Mechanik auch so tadellos da stünde!

Denn nach der Rückkehr aus der Fettecke enthüllte die hydraulische Niveauregulierung, die der Benz an der Hinterachse serienmäßig trägt, ihre sprunghafte Natur. Und das im wörtlichen Sinn: Beim Überfahren von leichten Unebenheiten beginnt das System, buchstäblich zu hüpfen - und die unglücklichen Insassen ebenfalls. Was zunächst nur bei höherem Tempo aufgefallen war - das Fahrverhalten eines Öltankers - wurde nun durch die fahrende Hüpfburg namens Mercedes zum technischen K.O. Die Ursache ist mir schleierhaft und die denkbaren Szenarien reichen vom leichten Standschaden und einem schadhaften Ventil bis hin zur Komplettsanierung des Hydrauliksystems. Letzteres dürfte meinen Geldspeicher bis in den Keller leeren. Deshalb favorisiere ich momentan die hübsche Selbsttäuschung des "Et hätt noch immer jotjejange!".

Ah, the joys of classic motoring! Da stehe ich also, kratze mich am Kopf, hole Expertenrat ein und gelange so wieder zum Anfang des Beitrags: Ignoriere nicht Deine eigenen Ratschläge. Zumindest nicht bei Autos! Zur Strafe habe ich mir nun eine grundsätzliche buddhistische Gelassenheit auferlegt, deren Kernthese darin besteht, irdischen Gütern wie zum Beispiel dem eigenen Kontostand nicht allzu viel Beachtung zu schenken. In diesem Zusammhang käme es mir sehr gelegen, wenn der Euro crasht. Dann zählen nämlich wieder Immobilien. 

Und genau das ist mein Benz im Moment.

Montag, 12. Dezember 2011

Der Teddynator

Unser possierlicher Freund, der stets leicht depressive Misery Bear, erlebt in diesem schockierenden Bilddokument neue und aufregende Abenteuer mit einem Artgenossen aus der Zukunft (inklusive High-Speed-Verfolgungsjagd):

Freitag, 9. Dezember 2011

Quizfrage

Was hat dieser Lotus Esprit


mit diesem Opel zu tun?


Gut, die Chancen, dass sich langbeinige Models auf der Motorhaube des Letztgenannten räkeln, tendieren gegen Null und auch die Umgebung ist weniger hochherrschaftlich, aber dennoch wäre der weiße Flitzer nur eine lahme Ente ohne ein entscheidendes Detail des grünen Kombis: Das komplette vordere Fahrwerk des Esprit stammt vom Opel! 

Jetzt, wo ich das weiß, fühle ich mich auch ein wenig wie Roger Moore - die Straßen des Bergischen Landes werden zur Corniche des kleinen Mannes und ich zum International Man Of Mystery. Raketenwerfer und Unterwassertauglichkeit für den Opel stehen als nächstes auf der Liste. Vielleicht klappt es dann auch mit Barbara Bach - wenn sie sich genauso gut gehalten hat wie der Ascona, steht einer glücklichen Beziehung schließlich nichts im Wege!

Wer war nochmal dieser James Bond?

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Nebulös

"Carmen Nebel: Hochzeit!"
Als Freund der gepflegten Samstagabend-Unterhaltung für die Generation Kukident habe ich mich selbstverständlich gefreut, als ich diese schöne Meldung auf der Internetseite des Fachorgans für angewandte Romantik, "das neue", entdeckt habe. Nicht dass ich zu den regelmäßigen Lesern dieses investigativen Magazins gehöre, aber ich würde lügen, behauptete ich, die Welt der Prominenz interessiere mich nicht.



Selbst die dezent untergebrachten Verbraucherhinweise ("Urofemin Cranberry Power - Zum Schutz der Blasenschleimhaut") finden durchaus mein Interesse, auch wenn es sich in diesem Fall um ein Präparat speziell für reife Frauen handelt - so wie "das neue" generell wohl als Präparat für reife Frauen gelten darf. Aber das soll uns nicht schrecken, denn schließlich hört man es gern, wenn ostdeutsche B-Prominente (Ja, so etwas gibt es!) sich zu vermählen gedenken.

Ein wenig enttäuschend dann aber bereits der erste Abschnitt der vermeintlichen Breaking News, die es wohl nur wegen der Arroganz der zuständigen Redakteure nicht in die Hauptsendung der Tagesschau geschafft haben dürfte. Nach verheißungsvollem Auftakt ("Es liegt Liebe in der Luft.") ahnen wir medienkompetenten Internetzyniker bereits, dass es mit der avisierten Hochzeit von Frau Nebel wohl nicht ganz so konkret wird, wie die Überschrift es trompetete: "Die Moderatorin hat für ihre Show eine große Überraschung geplant. Es wird geheiratet, es gibt eine Hochzeit!" Das abschließende Ausrufezeichen kann nicht verbergen, was das unpersönliche "es" schon andeutet - mitnichten wird Frau N. vor einem frühvergreisten Millionenpublikum ein sanftes "Ja" hauchen, jemand anders wird dies quasi stellvertretend übernehmen. Aber wer? "das neue" muss dunkel raunend passen: "Pssst...das ist alles noch ganz geheim!"

Die Meldung (?) könnte hier zu Ende sein, aber nun haben wir uns bereits in die wunderbare Welt der Romantik begeben  - und so leicht will uns "das neue" daraus nicht entkommen lassen. Denn merke: Es gibt Hoffnung für Carmen Nebel (weniger Hoffnung allerdings für den deutschen Satzbau). "Der charmanten Gastgeberin Carmen Nebel der ZDF-Show würde ein Brautkleid wirklich gut stehen." 

Daran gibt es keinen Zweifel. Ich bezweifle allerdings auch nicht, dass Frau Nebel ein Kartoffelsack gut stehen würde - "das neue" würde daraus jedoch nicht die Schlagzeile "Carmen Nebel: Festkochend!" drechseln. Dabei wäre der Nachrichtenwert einer solchen modischen Mutmaßung ungefähr gleich hoch einzuordnen wie die irgendwie-dann-doch-nicht-stattfinden-sollende Hochzeit der charmanten Gastgeberin. Aber worum es wirklich geht, sagt ja bereits die Dachzeile oberhalb der Headline : "Die Show der großen Gefühle".

Lesen sie also demnächst in "das neue":

"Die große Beichte: Thomas Gottschalk - ich bin am Ende!" 
(geht in "Wetten, dass?!"-Rente)

"Till Schweiger: Drama! Alles voller Blut!" 
(wird Tatort-Kommissar)

"Daniela Katzenberger: Hochbegabte haben es schwer!" 
 (scheitert an der 100-Euro-Frage bei Jauch)

"Norbert Blüm: Die Renten sind sicher!" 
(...)

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Unter Schnäppchenjägern

Einmal im Monat kommen in einer zugigen Halle eine Menge seltsamer Gestalten zusammen, um sich auf die Jagd nach automobilen Schnäppchen zu begeben. Bei der Versteigerung der Oberfinanzdirektion kommen Autos unter den Hammer, die entweder als langweilige Behördenschaukel ein beschauliches Leben geführt haben, von Polizeibeamten im Einsatz runtergeritten wurden oder von deren Gegenspielern  für strafwürdige Dinge benutzt wurden. Mitunter findet sich in den sichergestellten Bösewichter-Boliden auch noch ein Tütchen mit Drogen - sagen die Verantwortlichen. Das wirkt sich allerdings nicht auf den Preis aus... Die Gentleman-Gangster-Limousinen, die ebenfalls am Start sind, stammen dafür meist von (in)solventen Steuerflüchtlingen und Korruptionsbegünstigsten. Eine bunte Mischung also.

Die Trendfarben des Winters für Fans von Werder Bremen
Ein mutwillig erleuchtetes Fahrzeug mit heißer Vorgeschichte.
Bulliparade
Sowas klebt auf der Windschutzscheibe, wenn die Steuerfahndung zuschlägt.
Und sowas beschlagnahmt die Steuerfahndung gerne.
Direkt aus der Pathologie!
Noch jemand ohne Ü-Wagen?
Mein Favorit: Ein Vauxhall aus der Schweiz für 300,- Euro!
Der Alpen-Ascona von hinten.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Tukur, Tatort, Tumor


Am Sonntag konnte man in der guten alten Tante ARD Zeuge werden, wie ein Schauspieler in Tateinheit mit mutigen Drehbuchautoren versuchte, die Genregrenzen des klassischen "Tatort" - neben "Wetten, dass?" der zweite Heilige Gral der deutschen Fernsehunterhaltung - zu sprengen. 

Der begnadete Ulrich Tukur fuhr Ro 80 (Zitat aus der ersten Folge: "Das ist kein Auto. Das ist ein Ro 80!"), redete mit seinem Tumor im Kopf und tat alles, um die an graue Sozialkritik (Tatort aus Köln), Hauptstadtneurosen (Berlin) und Klamauk (Münster) gewöhnten Tatort-Fans zu verwirren. Und wie ich einem sogenannten Branchendienst entnehmen kann, war er damit höchst erfolgreich:

Ein Sonntags-Krimi, der verstörte, das Publikum spaltete und letztlich mit seinen 6,82 Mio. Zuschauern eine der fünf schlechtesten "Tatort"-Quoten der vergangenen zwei Jahre einfuhr. Wie die Minuten-Werte der ARD zeigen haben fast 1,2 Mio. Leute den "Tatort" im Verlauf des Films abgeschaltet. Waren es zu Beginn noch mehr als 7,5 Mio., hielten nur etwas mehr als 6,3 Mio. bis zum Schluss durch.

Ich würde sagen, Tukur hat alles richtig gemacht. Wer so etwas nicht aushalten kann, der soll RTL glotzen. Zu mehr reicht's dann eben nicht.

Samstag, 3. Dezember 2011

Ratlos


Niemand kann mir erklären, warum der Euro bald Geschichte sein soll. Niemand kann mir erklären, warum Borussia Mönchengladbach auf einmal so gut spielt. Niemand kann mir erklären, warum Börsengewinne als sozial akzeptabel gelten, während das Betreiben einer Hütchenspieler-Bande als Straftat gilt. Niemand kann mir erklären, warum Ulrich Tukur nicht in jedem Tatort den Ro 80-fahrenden Kommissar spielt. Niemand kann mir erklären, wieso der Adelige mit dem falschen Doktortitel (in guter alter Kriminellentradition mit geänderter Frisur und ohne Brille) schon wieder durch die Gazetten geistern darf. Niemand kann mir erklären, warum der Ehemann von Veronica Ferres immer noch frei herumläuft und mir haifischgrinsend aus der Bunten entgegenspringt. Niemand kann mir erklären, warum der Benzinpreis steigt, wenn es zuviel Öl gibt und erneut steigt, wenn es davon zu wenig gibt. Niemand kann mir erkären, warum die Menschen freiwillig Glühwein zu sich nehmen.

Aber vielleicht stelle ich einfach die falschen Fragen.

Dienstag, 29. November 2011

Illegitimi Non Carborundum!*

Kreditkrise, Novemberwetter, Laufmaschen und angebrannte Frikadellen - das Leben kann echt hart sein. Trotzdem: Lasst euch nicht unterkriegen! Sagen die Jive Aces:



* Don't let the Bastards take you down!

Sonntag, 27. November 2011

Definitiv: Nein!

Ernsthaftigkeit. Energie. Druck. Im positiven Sinn: Eine vibrierende, sanft dominierende Gewalt, die Dich umgibt, körperlich spürbar. In diesem Kontext ein seltsames hippieskes Bild, aber stimmend: Du umarmst einen uralten Baum, in dessen Innern eine Bassbox wummert. Das Ganze mal rasend speedmetalig und sich fast überschlagend, mal zeitlupenschwer wie eine Dampframme.


EA80. Eine druckvolle Wand von einem Sound, nicht mal gut oder angenehm unter Gesichtspunkten der Akustik (aber seit wann geht es bei Punk um Akustik?), sondern eine wuchtige Demonstration des "Immer noch". So, wie die neue Platte heißt - Definitiv: Nein!

Dieses meist geschrieene, mitunter geflüsterte "Nein" gilt seit rund 30 Jahren. EA80 sind sich treu geblieben. Keine Plakate, keine Interviews, kein Merchandising, kein Schnickschnack, kein Personenkult (deshalb hier auch nur verschwommene Bilder meiner Spielzeugkamera). Zuletzt sah ich sie in den Achtzigern in einem Jugendzentrum in ihrer Heimatstadt Mönchengladbach. Vor dem Auftritt verkauften sie das Bier an der Theke und als das Konzert begann, wechselten sie einfach auf die Bühne mit den Worten "Hallo, wir sind die Thekencrew." Auch heute legen sie keinen Wert auf den Status als "Künstler", der durch Habitus und Werk von seinem Publikum getrennt ist. Deshalb singt der Frontmann ein komplettes Stück inmitten des tobenden Mosh Pits vor der Bühne - sie gehen eben dahin, wo's weh tut.
Das Schöne an Bands wie EA80 ist, dass sie Überlebende im besten Sinn sind - sie waren und sind einfach immer da, und das ist in Zeiten wie diesen schon ein Wert an sich. Deshalb sind sie noch lange keine Hardcore-Helmut Kohls. Punk im EA80-Verständnis ist zwar das neue Konservative, eine "Fickt euch!"-Demo gegen den neoliberalen Wahnsinn und ein verzweifelter Aufstand gegen die Einsamkeit des Einzelnen - aber das ist eben nicht reaktionär. Die leicht angegrauten Herren aus der Krachmacherstraße haben mehr Wut, Intelligenz, Witz und Energie als ganze Generationen von ach-so-harten Nachwuchsrappern. Sie haben etwas, was heute als unflexibel und stur angesehen wird: Eine klare Haltung. Und, noch schlimmer: Natürlich sind sie Idealisten. So kommt man nicht in die Charts, aber es ist schön zu sehen, wie 30 Jahre Integrität jung halten können.

Samstag, 26. November 2011

Essen Motor Show 2

Aber es ist ja nicht alles schlecht. Während die meisten Besucher der Messe in Essen wohl kommen, um einen neuen Plastikfrontspoiler für den abgerockten Golf 3 zu kaufen oder ein schickes Baumarkt-Tagfahrlicht zu erstehen, bin ich mal wieder anders als die anderen: Mich interessieren die Prollkarren und Geschmacksverirrungen wie LSD-Doors und FlipFlop-Lack nicht die Bohne. Auch die zum Zwecke der Verkaufsförderung engagierten, bedauernswerten leicht- bis gar nicht bekleideten Mädels, die von pickeligen, soeben volljährigen Bewohnern der höheren Regionen des Sauerlands angesabbert werden, lassen mich kalt. Stattdessen widme ich mich wieder mal dem Altblech, während in den diversen Messerestaurants Kirmes-Techno-meets-Hüttenzauber-Musik den Soundtrack liefert. 
Es gibt bessere Orte auf diesem Planeten, aber wie immer sollte man auch die Diamanten im Staub nicht übersehen:

Morris Cooper S, Gewinner der Monte 1967 (Replica?)

So sehen Helden aus!

Giant Killer.

Ich kenne Menschen, die tragen sowas als Tattoo.

Blower

Rod Understatement

Im Keller versteckt: General Lee.

Freitag, 25. November 2011

Essen Motor Show

Auf der Essen Motor Show könnte man den Eindruck bekommen, der Mann an sich sei gerade erst vom Baum geklettert - oder die Marketingexperten einiger Aussteller.

"Manchmal, aber nur manchmal, haben Typen wie du was in die Fresse verdient...." (Bela B. )

Mittwoch, 23. November 2011

Interview am See

"Ich bin 45 Jahre alt - und von so einer Analphabetin muß ich mir so einen Quatsch erzählen lassen!"

Für Kinski war das Wort "Arschloch" noch so eine Art Ehrentitel. Ich hätte ihn gerne mal gesehen, wie er die heutigen "Society"-TV-Magazine rockt.

Heute vor 20 Jahren ist er gestorben.

Freitag, 18. November 2011

Heute ist Weihnachten!

Ein Karton mit verräterischen Ausmaßen.

Der Zettel verheißt Gutes.

Bilderrätsel
Eine Gabel, aber nicht fürs Essen.
 
 
Summa cum laude!

The real thing: Pelizzoli Corsa GP.

Meine größten Erfolge

Ich kann ja nicht immer nur austeilen. Menschen aus meiner Heimatstadt sind erbost über meine wenig schmeichelhafte Beschreibung der kleinstädtischen Idylle daselbst - und sie haben selbstverständlich alles Recht dazu. Meine Betrachtungen entbehren nicht einer gewissen Subjektivtät, von Bosheit ist gar die Rede, und die Ausflucht, der Leser schaffe die Geschichte, nicht der Autor, gilt auch nur begrenzt und ausschließlich in Philosophieseminaren zur Postmoderne.


Nun sind wir hier im katholischen Rheinland und wenn ich auch vor Jahren einer qua Geburt verordneten Aberglaubensgemeinschaft entflohen bin, so will ich doch heute einen schönen alten Brauch aus den Reihen des Katholizismus für mich nutzen, um fürderhin umso heftiger als apodiktischer Apostel posieren zu können: Die Beichte.
So wie man in den Gotteshäusern am Sonntagmorgen die Verfehlungen des Samstags gesteht und den Rest der Woche dann in Frieden weiter sündigen darf, so will ich heute einige meiner pikanten Geheimnisse lüften, um eine Art Wiedergutmachung für mein stadtlästerliches Tun zu erwirken. Auf dass all die, die sich angesprochen fühlten, reinen Herzens sagen können: Ego te absolvo. Denn sehet, auch ich bin nicht ohne Fehl und Tadel - so wie die kleine Stadt!

1. Wie ich einmal einen prima Studentenjob hatte
Regel Nummer 1: Wenn Du Scheisse gebaut hast, sei demütig. Besonders gegenüber Deinem Chef. Es kommt NIE gut an, wenn Du gerade den flammneuen Firmen-Fiat Ducato auf der gesamten rechten Seite kaltverformt hast und souverän behauptest, die kleine Beule sei ganz fix wieder beseitigt. Selbiges wird nicht als Fachkenntnis angesehen, sondern als Grund, das Arbeitsverhältnis auf der Stelle zu beenden.

2. Ich kenne Gina Wild
Niemand gibt das gerne zu - und allein die Erwähnung dieses Namens wird meinem Blog zahlreiche neue Besucher bescheren, die hier eher nicht die Art von Entspannung suchen, wie sie Meckereien über Kleinstädte oder Produktbeschreibungen von dreißig Jahre alten Autos verheißen. Ich sag es trotzdem loud (but not proud): Ich kenne Gina Wild. Vor vielen Monden gab es, äh, berufliche Gründe für ein Zusammentreffen - und bevor sie nun das komplett Aber-sowas-von-Falsche denken und mich für eine Art Pornographiepapst halten, möchte ich Ihnen hastig und schwitzend versichern, dass diese Gründe nichts mit schmutzigen Dingen im Sinne der katholischen Sexualmoral zu tun hatten. Es war ganz anders und ich kann selbstverständlich alles erklären!

3. Ich habe getötet
Auch das gibt niemand gerne zu. Aber ich gestehe es hier ganz offen: Im letzten Jahr habe ich an einem lauschigen Spätsommerabend im fahlen Licht zweier Autoscheinwerfer einen veritablen Totschlag begangen. Das Opfer: Eine wunderschöne, herrlich anzuschauende, wahrscheinlich äußerst selten anzutreffende - Kröte. Keine normale Kröte hiesiger Dimension, nein, es war eine lombardische Kröte von den Ausmaßen eines Suppentellers. Sie fand ihr Ende an einem italienischen Berghang, über den zufällig auch mein Heimweg per Auto verlief. Als ich sie sah, war es bereits zu spät: Es gab ein wirklich hässliches, donnerndes PLOPP!, ich hielt an, begutachtete den Leichnam - und beging Fahrerflucht. Mehr noch: Ich beseitigte am folgenden Tag die Spuren an meinem linken Vorderreifen, der bei jeder weiteren Fahrt blutverklebt als rollende Anklage das Lied vom Tod gesungen hatte. Nachts erscheinen mir nun gelegentlich rachsüchtige Vertreter der amphibischen Gattung Bufonidae im Traum. Zufall?


4. Starker Abgang
Du verbringst die erste Nacht mit einer attraktiven Frau. Alles läuft nach Plan, die Stimmung ist angemessen romantisch, der Mond scheint und in der Ferne hörst Du den Gesang einer jungen Kröte, nein, Nachtigall. Dann passiert es: Eine falsche Bewegung, die Hitze des nächtlichen Tete-a-tete lässt Dich die Dimensionen des Bettes falsch einschätzen, Du verlierst den Halt und - ZACK! - fällst Du donnernd auf den extrem kühlen Laminatboden. Schwindel umgibt Dich, Du stotterst irgend etwas von Schwerkraft und verfluchst leise Dein Vestibularorgan im Innenohr, das es mit der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts heute nicht so genau nimmt. An weitere erotische Eskapaden ist in dieser Nacht jedenfalls nicht mehr zu denken.
Erregte Gemüter gibt es dennoch - aber nur bei den Nachbarn unter Dir.

5. Ich bin ein Verkehrsrowdy
Nicht nur Amphibien sollten sich vor mir und meinem Killer-Auto in Acht nehmen, ich bin beim Führen eines Kraftfahrzeugs allgemein eine Gefahr für die Allgemeinheit. Nein, ich gehöre nicht zu den Dränglern, Lichthupern oder Stinkefingern, aber dennoch bin ich nach Meinung der örtlichen Polizei brandgefährlich: Ich habe nämlich eine aufgeklebte Sonnenblende auf der Windschutzscheibe und keine Radkappen an meinem Käfer. Das reicht für Bußgeld und Nachschulung.
So geschehen in der kleinen Stadt, die ich so hassliebe, und deren Ordnungshüter im Jahre meines Führerscheinwerwerbs nichts Besseres zu tun hatten, als mich für mein dreistes Ignorieren der entsprechenden Paragraphen der Straßenverkehrszulassungsordnung nachhaltig auseinander zu nehmen. Und meinen Käfer gleich mit. Muß ja auch so sein - in der kleinen Stadt, die die Ursache für dieses Bekennerschreiben hier ist, gibt es ja auch viele positive Dinge. 

Law and Order steht dabei ganz oben auf der Liste.

Dienstag, 15. November 2011